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IBD - Chronisch entzündliche Darmerkrankungen

Ein klinischer Schwerpunkt unserer Praxis ist die Diagnostik, Behandlung und Langzeitbetreuung von Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen.

Ein klinischer Schwerpunkt unserer Praxis ist die Diagnostik, Behandlung und Langzeitbetreuung von Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen. Unter chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (IBD) versteht man wiederkehrende (rezidivierende) oder kontinuierliche entzündliche Erkrankungen des Magen-Darm-Systemes. Die beiden Vertreter sind die Colitis ulcerosa und der Morbus Crohn.

Wir verfügen über eine grosse Erfahrung in der Behandlung und Betreuung von IBD Patienten und betreuen ein grosses IBD Kollektiv in unserer Praxis. Die Diagnose einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung ist häufig mit Ungewissheit, Ängsten und Veränderungen im privaten und beruflichen Bereich verbunden. Es braucht Zeit und Vertrauen für diese Krankheit und in den betreuenden Arzt. Unser Ziel ist es deshalb, einen individualisierten medikamentösen Therapieplan auszuarbeiten. Über die medikamentöse Therapie oder Operation hinaus hat auch eine gesamtheitliche Betreuung einen grossen Stellenwert. Unsere Praxis arbeitet auch sehr eng mit der Swiss IBD Cohort Study (http://ibdcohort.ch) und Prof. Stephan Vavricka zusammen, wo wir spezielle Fragestellungen interdisziplinär anschauen und beraten.

Symptome

Die Symptome sind sehr vielfältig und sind häufig nicht nur auf den Magendarmtrakt beschränkt. Die typischen auf den Darm bezogenen Beschwerden stellen Stuhlirregularitäten mit Durchfall, blutige Stuhlgänge und Bauchkrämpfe dar. Häufig gehen die Beschwerden mit Allgemeinsymptomen mit Abgeschlagenheit, Kraftlosigkeit und Fieber einher. Bei einem Teil der Patienten gesellen sich auch entzündliche Beschwerden ausserhalb des Darmes hinzu wie zum Beispiel an Haut, Augen und Gelenken.

Diagnostik

Da diese Symptome gerade am Anfang einer Erkrankung sehr subtil sein können, werden sie vom Patienten häufig ignoriert oder als Reizdarm interpretiert. In einem ersten Schritt wird eine Laboruntersuchung im Blut und eine Stuhlanalyse (Calprotectin) gemacht. In Abhängigkeit dieser Befunde wird die Abklärung ergänzt mit einer Bildgebung (Ultraschall, Computertomographie, Magentresonanz) oder eine Magen- und Darmspiegelung.

Therapie

Bei der Therapie von IBD sind die Behandlung eines akuten Entzündungsschubs und das Vorgehen im beschwerdefreien Intervall zur Vorbeugung einer erneuten Entzündung (Remissionserhaltung) zu unterscheiden.

 

Langzeittherapie

Zur akuten Linderung der Beschwerden des Patienten stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung, die die Entzündung kurzfristig hemmen und beseitigen sollen, um den Betroffenen schnellstmöglich von den schlimmsten Qualen zu befreien. Diesen Zweck erfüllt vor allem das eigentlich vom menschlichen Körper selbst produzierte Hormon Kortison, das der Mensch in Stresssituationen automatisch ausschüttet. Medikamente mit diesem Wirkstoff können kurzfristig auch in hoher Dosis genommen werden. Sie drängen die Entzündung im Darm meist verlässlich zurück. Wegen der schweren Nebenwirkungen von Kortison bei einer Einnahme über einen längeren Zeitraum - wie Zuckererkrankung, Osteoporose, Hypertonus oder Katarakt - sind diese Präparate für eine andauernde Behandlung jedoch ungeeignet. Kortisonfreie Medikamente wie Aminosalizylate wirken nur bei leichteren Entzündungsschüben. Bei einigen Patienten, die unter ständig wiederkehrenden Entzündungsschüben leiden, haben sich andere kortisonfreie Medikamente bewährt. Diese basieren auf einem anderen Wirkmechanismus. Die sogenannten Immunsupressiva reduzieren künstlich die im Falle einer Entzündung gesteigerte Aktivität des körpereigenen Abwehrsystems. Dadurch wird die Entzündung vorübergehend zurückgedrängt. Zur Anwendung gelangen in der IBD-Therapie auch vermehrt sogenannte Biologika, die zur Bekämpfung der Entzündung Antikörper einsetzen. Heute sind Antikörper auch im Labor herstellbar. Sie greifen sehr gezielt einen bestimmten Entzündungsstoff des Patienten wie z.B. Tumor Nekrose Faktor (TNF) an.